Wenn die Puppen tanzenNeuss-Grevenbroicher Zeitung - NGZvon: Daniela Buschkamp
Die Räuber kommen
Am kommenden Samstag, 20 Uhr, steigt beim 77. „Nüsser Ovend” in der Stadthalle wieder die Stimmung. Glanzpunkte versprechen „De Räuber” zu setzen.
Vom kölschen Karnevalstreiben zum „Nüsser Ovend”: Die Kultband „de Räuber” mit dem Holzheimer Karl-Heinz Brand haben einen Auftritt in der Neusser Stadthalle zugesagt.
VON DANIELA BUSCHKAMP
„Die Räuber kommen.” Eine Ankündigung, die im Alltag nur bedingt zu begrüßen ist. Wenn sie allerdings Beifallsstürme und unverhohlene Freude hervorruft, dann weiß der Beobachter gleich zwei Dinge. Es muss Karneval sein und: Hinter den Räubern verbergen sich keineswegs illegal agierende Zeitgenossen, sondern legal singende Musiker mit Kultstatus.
„Die Räuber kommen”. Diese freudige Mitteilung konnten die Organisatoren der Brauchtums- und Karnevalsgruppe bereits im Vorfeld des „Nüsser Ovends” machen (die NGZ berichtete). Damit wird der Jubiläumsveranstaltung in der Neusser Stadthalle – es ist immerhin die sieben mal elfte Auflage – gleichsam die „rote Nase” aufgesetzt.
Importe aus Köln
Schließlich fanden die Vorbereitungen unter erschwerten Bedingungen statt. Die närrische Session 2005 ist kurz, gleichwohl die Liste der Veranstaltungen lang. Damit die Gesichter der Nüsser Narren nicht ebenfalls lang werden, wurde um ein hochkarätiges Programm für den 29. Januar gerungen – mit Erfolg. Neben „De Räuber” mit Frontmann Karl-Heinz Brand aus Holzheim können sich die Zuschauer auch auf Bruce Kapusta, einen Kölner Export mit Trompete, freuen. Insgesamt wird fast fünf Stunden Unterhaltung geboten. Mit ihrem Auftritt wollen „De Räuber” mitten im Programm den letzten Rest an „schlechter Stimmung” stehlen. Dass sie ihn dann wieder mit in die Domstadt Köln nehmen, ist allerdings ein unbestätigtes Gerücht.
Ebenfalls ein gern gesehener Gast auf vielen Karnevalsbühnen ist der Kölner Star-Trompeter Bruce Kapusta. Als dritter, kurzweiliger Import aus Köln wird dann das Tanzkorps „Kölsch Hannes’chen” sein Können unter Beweis stellen. Die Mitglieder gelten als Spitzenvertreter ihrer Kunst. In Figuren und Kostümen des Hän-nes’chen Theaters sollen sie ein attraktiver Augenschmaus für die Besucher des „Ovends” sein. Das Tanzkorps verspricht auf unterhaltsame Weise das diesjährige Motto des Nüsser Ovends zu illustrieren. Für die 77. Auflage wurde nämlich die Losung „Mer lote de Poppe danze” ausgegeben. Am kommenden Samstag wird sich zeigen, wer die Strippen zieht und wer wen tanzen lässt…
Auch beim Ablauf und bei der Besetzung einzelner Programmpunkte steht die närrische Jubiläumsveranstaltung im Zeichen einiger Neuerungen. Erstmals wird der „Nüsser Ovend” von Ernst Freistühler, dem Vorsitzender den „Heimatfreunde Neuss” und langjährigem Sitzungspräsidenten, eröffnet. Einer Premiere sieht auch Dr. Christian Henke, der Vize-Präsident der Brauchtums- und Karnevalsgruppe, entgegen. Er schlüpft zum ersten Mal in die Rolle des Prologi-us und tritt damit die Nachfolge von Friedhelm Ruf an, der seinen Abschied erklärt hatte.
Parodien und Lokalkolorit
Zu den weiteren Punkten des insgesamt fast fünfstündigen Programms zählt „Et Zweije-stirn”. Das Erkelenzer Duo will mit parodistischem Gesang aktuelle Begebenheiten auf die Schippe nehmen. Musikalisch wird es mit Alfons Buschhüter, dem Präsidenten des Neusser Karnevalsausschusses, und Ehefrau Elke weitergehen. Sie haben den Heimatfreunden zur 75. Auflage mit „Dat is mi Nüss” ein Lied gewidmet. Viel Lokalkolorit will erneut „Quiri-nus” alias Robert Kleine bieten,
Stimmung und launige Pointen verspricht der „Köbes von Gre-frath” Volker Passow, der zum zweiten Mal beim „Ovend” auftritt, die Fantastic Fanfares aus der Neusser Nordstadt und die Dormagener Mundartgruppe „Die Fetzer” unterhalten even-falls. Nicht fehlen beim närrischen Treiben dürfen der amtierende Prinz Heinz Reinartz und seine Novesia Marlene.
FÜR DIE FLUTOPFER
Die Bilder der zerstörerischen Riesenwelle in Südostasien haben auch beim Neusser Heimatverein einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Der Elferrat der Brauchtums-und Karnevalsgruppe (BKG) hatte deshalb beschlossen, beim „Nüsser Ovend” für die Opfer der großen Flut zu sammeln. Neben Bürgermeister Herbert Napp und Landrat Dieter Patt soll auch der Neusser Schützenkönig Günter Coomann mit der Spendenbüchse sammeln.
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