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Räuber Wetter

Neuss-Grevenbroicher Zeitung - NGZ

von: Sebastian Peters

Räuber Wetter

Foto oben:
ngz-foto(9) a. woitschützke
Bildunterschrift:
Karl-Heinz Brand, Frontmann der Räuber, breitet die Hände aus und empfängt beim Heimspiel seine Neusser Fans. Die winken mit den Schirmen zurück. Erst zur Hälfte des Konzertes setzte der Regen aus. Die Räuber am Münsterplatz: für viele Neusser wieder ein großes Erlebnis. Vorher hatte schon Sara Bennett aus Altena die Zuschauer mit Hits versorgt. Heute geht es auf der Bühne am Münsterplatz weiter: Dann spielt am zweiten Tag der Entertainer Sascha Klaar am Piano. ngz-fotos (9): a. woitschützke

Räuber-Wetter

Seit 15 Jahren besuchen die Räuber die Neusser Fans auf dem Münsterplatz. Treuer Gast von Beginn an: der Regen. Drei Damen machten es richtig – sie fanden trotz der Schirme ein Plätzchen mit freier Sicht.

VON SEBASTIAN PETERS
NEUSS Wer sich einen Überblick über die Schirm-Mode des kommenden Herbstes verschaffen wollte, der war gestern Abend beim Räuberabend am Münsterplatz an der richtigen Adresse. Da nämlich waren Schirmmodelle aller Farben und Formen aufgespannt: schlicht in grau gehalten, im Engelchen-Look oder knallig bunt. Die schützendede Kopf-Bedeckungen hatten jedoch einen großen Nachteil. Vom 15. Auftritt der Räuber auf dem Münsterplatz, der abermals eine prächtige Konzert-Kulisse bot, war aufgrund des Schirmdaches kaum etwas zu sehen.

Bildunterschrift Mitte links:
Räuber Nobby hebt den Daumen. Seine Band gab wieder alles.

Karl-Heinz Brand und seine Räuber-Mannschaft gaben alles. Gleich zu Beginn forderten sie ihr Publikum stimmgewaltig auf, die Schirme zu schütteln. Als die 4000 fröhlichen Menschen dem Folge leisteten, und tausende Regentropfen auf Stoff tanzten, da war das Eis gebrochen. Wir haben von der Ostsee bis zum Ballermann gespielt, aber am liebsten sind wir bei euch”, sagte Brand. Und im feuchten aber fröhlichzen Ambiente zwischen Voigthaus und Quirinusmünster herrschet Partylaune, wie sonst nur zum Schützenfest.

Die Räuber spielten alle Hits: Sie berichteten davon, dass am Eigelstein Musik sei, sie sangen von einem rufenden Trömmelche und zwitscherten wie die Vögelein am Titicacasee. Der Mitsingfaktor war enorm und so bewegten sich tausende Lippen zu den Stimmungshits der rheinischen Frohnaturen. Zuschauer und Band taten gut daran, es richtig krachen zu lassen. Schließlich wurde das Konzert aufgenommen. Im Januar soll es auf CD gepresst werden. Neusser als Background Chor. Einmalig!

Die Zuschauer, die unter dem Dach den Frings-Hauses Platz fanden, genossen zwar ihre Trockenzone. Sie bezahlten es jedoch mit einem hohen Preis. Sie sahen die Räuber nicht. Ganz zu schweigen von den Besuchern im Voigthaus. Da war es zwar trocken, die Räuber-Bühne sah man aber nur von der Seite. Direkt vor der Bühne bekam nur die erste Reihe die Musiker zu Gesicht. Dahinter: ein Meer aus Schirmen. Peter Nohn hätte in seiner Würstchenbude einen Blick auf die Band wagen können. Er kam kaum dazu, denn er musste verkaufen. 400 Grillwürste gingen über die Theke. Nohn war nicht bester Laune, weil: „Das Wetter senkt den Umsatz”.

Etwas weiter hinten stand die Kassiererin im Klo-Häuschen. Rund 2000 Münsterplatzgäste besuchten
gestern für 40 Cent ihre Örtlichkeiten. Klar, dass für die Dame (die ihren Namen nicht preisgeben wollte) kaum Zeit zum Zuschauen blieb. Die Besucher an der linken Flankt wiederum hätten ja gerne einer Blick gewagt. Wenn da nicht…

Drei Damen aber machten es gestern richtig. Kerstin Canis, Sabine Hausweiler und Karin Thielenhaus Die Räuber-Fans stellten sich während des Konzertes hinter die Bühne und lugten schunkelnd und frohen Mutes durch den Bühneneingang mitten auf die Künstler. Und sie sahen die Räuber drei Stunden lang -wenn auch nur von hinten.

Siehe zu diesem Artikel auch: Wir sind Freunde, INTERVIEW HELMUT BLÖDGEN

INFO
Der 5000. Auftritt in 15 Jahren Bandgeschichte
(SeP) Die Räuber haben all ihre Auftritte zusammen gerechnet und sind – über den Daumen gepeilt – bei 5000 Konzerten gelandet. Ein großes Jubiläum! Wer die Räuber gestern verpasst hat, der hat übrigens schon heute eine neue Gelegenheit, die Truppe live zu erleben. Er muss nur weit reisen. Die Räuber spielen in Simmern im Hunsrück. Näher kommen sie danach: Am Samstag spielen sie in Rösrath ehe am 12. und 13. August, Sonntag und Montag, zwei Auftritte im Kölner Senftöpfchen-Thea-ter auf dem Programm stehen.

« Wenn die Puppen tanzen
Wir bringen Euch auf die Bühne! »