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Musik ist mein Leben - Interview zum 30-jährigen Bühnenjubiläum

Neuß-Grevenbroicher-Zeitung

von: Rolf Hoppe

Musik ist mein Leben - Interview zum 30-jährigen Bühnenjubiläum


,,Räuber”-Hauptmann Karl-Heinz Brand steht seit 30 Jahren auf der Bühne

,,Ihr müsst euch den Himmel verdienen . ..” – so beginnt ein Lied auf der neuesten CD der ,,Räuber”. Die Herzen ihrer Fans hat sich die Gute-Laune-Band schon lange verdient. Wesentlichen Anteil daran gebührt Frontmann Karl- Heinz Brand. Und das seit vielen Jahren: Der gebürtige Holzheimer steht seit nunmehr 30 Iahren als Musiker auf der Bühne – 13 Jahre im Duo mit Friedel Müntnich als Teil der Flamingos und seit 17 Iahren als ,,Räuber”-Hauptmann. Anlass für die NGZ, mit dem Kopf der beliebten Band ein Gespräch zu führen.

NGZ: Herr Brand, mit welchem Gefühl gehen Sie in ihr kleines privates Bühnenjubiläum? Was bedeutet es für Sie?

Karl-Heinz Brand: Erst einmal bin ich stolz auf unsere Band, auf unsere Musik und auf unsere Fans. Mein Gefühl sagt mir, dass wir noch viele schöne Lieder, Auftritte und gemeinsame Events vor uns haben. Musik ist mein Leben. Wenn dann der Erfolg hinzukommt, was will man mehr?

NGZ: Die ,,Räuber” spielen nicht nur vor ausverkauften Häusern, sie sind regelmäßig in Funk und Fernsehen präsent, gehören zu den großen Kölner Mundart-Bands wie ,,BIäck Föss”, ,,Höhner”, ,,Paveier”. Wie ist die Luft da oben?

Brand: Eigentlich recht dünn. Die wirklich guten Musiker bilden auch menschlich eine gute Gemeinschaft. Doch auf dieser Ebene geht es auch um viel Geld. Da werden wir gern kopiert, nächrückende Bands schmücken sich gern mit unseren Liedern, vor allem mit unseren Ohrwürmern.

NGZ: Wie leben Sie damit?

Brand: Natürlich freue ich mich, wenn unsere Lieder gespielt werden. Doch dieses ,,Segeln unter falscher Flagge” gehört sich einfach nicht und ist auch eine Bankrotterkläirung dieser Bands.

NGZ: Was hat sich für sie in den vergangenen 30 Jahren geändert?

Brand: Die ,,Räuber” sind nicht mehr die reine Schunkelkapelle, sondern wollen mit ihren Liedern auch die Herzen der Menschen erreichen. Also Lieder präsentieren, die auch textlich mehr Tiefgang haben. Das macht einen Teil unseres Erfolgs aus. Die Musikwelt ist professioneller, aber auch kommerzieller geworden. Wir müssen darauf achten, dass wir die Freude am Musikmachen behalten und dies an unsere Fans vermitteln. Da passt es gut, dass wir fünf von den Räubern nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich zusammengewachsen sind.

NGZ: Nach 30 lahren Bähne kann man schon mal eine erste Bilanz ziehen. Wie fällt die für Sie aus?

Brand: Ich habe den Sprung ins kalte Wasser vom festangestellten Beamten in die nicht so sichere Künstlerwelt nie bereut. Natürlich auch darum, weil wir so erfolgreich sind. Die Maxime – was fürs Schunkeln, was für die Party, was fürs Herz – entspricht auch meinem Naturell. Musik war immer meine Leidenschaft und macht mir immer noch viel Spaß. Ich würde alles noch einmal machen. Gern hätte ich sogar zehn Jahre eher mit dem professionellen Musikmachen angefangen.

NGZ: Und die kommerzielle Bilanz?

Brand: Ich habe bislang etwa 150 Songs geschrieben – Text oder Musik. Oder beides. Live-Auftritte waren es bislang ungefähr 9000. Unsere CD’s laufen gut. Wir sind als ,,Räuber” gut im Geschäft. Das sich mittlerweile nicht mehr nur auf die Karnevalssession beschränkt.

NGZ: Sonnen- und Schattenseiten im Rückblick?

Brand: Natürlich hat so ein Künstlerleben nicht nur Sonnenseiten. Alte Freundschaften sind nur schwer zu pflegen, Kontakte gehen verloren. An Wochenenden komme ich kaum dazu, das zu tun, was andere tun: Freunde treffen, ausgehen oder was auch immer. Ein bisschen wird dieses Manko durch gute Kollegen aus anderen Bands kompensiert. Und natürlich auch durch meine Familie. Meine Frau und mein Sohn sind in meine Arbeit integriert und halten mir den Rücken frei. Für mich persönlich war es ein Schicksalsschlag, dass wir 2007 unseren Nobby verloren haben. Darüber bin ich auch heute noch nicht hinweg.

NGZ: Es gibt doch sicherlich auch schöne Stunden?

Brand: Das sind die bei den Live-Auftritten. Wir haben viele treue Fans, die mit uns gewachsen sind. Da kommt dann die Mama mit ihren Kindern und war schon als Jugendliche selbst dabei. Und ich stehe immer noch auf der Bühne. Beispielsweise beim Konzert auf dem Münsterplatz. Hier habe ich das Gefühl, zuhause zu sein, und treffe vor allem ein treues Publikum. Es berührt uns auch, wenn wir vor älteren Menschen spielen. Die können sich noch richtig freuen und leben dann in glücklichen Erinnerungen.

NGZ: Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Brand: Wir wollten als Band immer ein eigenes Gesicht haben und nicht nur covern. Dazu braucht man viel Geduld und Durchstehvermögen. Und eigene Lieder. Wir haben uns nie einem Trend unterworfen. Meine Devise war immer: Nicht auf einen fahrenden Zug springen, da sind die besten Plätze schon besetzt. Und der Erfolg gibt uns Recht.

NGZ: Sie sind ietzt 56 lahre alt. Wie lange solls denn noch gehen?

Brand: So lange, wie die Menschen uns hören wollen. Wie gesagt: Musik ist mein Leben. Und das will ich noch lange genießen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Zumindest, wenn der Titel ,,Sulang die Botz noch hält” für die Lebensphilosophie der Band steht.

VON ROLF HOPPE, NGZ (11.11.2008)

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