Mit eigenen Liedern Herzen gewinnenNeuss-Grevenbroicher Zeitung - NGZvon: Rolf Hoppe
Wir in Holzheim: Interview mit Karl-Heinz Brand, Frontmann der „Räuber”
Noch sind die „Räuber” – Kurt Feller, Nobby Campmann, Karl-Heinz Brand (v.l.) und Wolfgang Bachern vorn – ein Quartett. Nach dieser Session wird mit Matthias Kahlenberg die beliebte Band zum Quintett.
VON ROLF HOPPE
NEUSS Ein proppevoller Terminkalender und zum ersten Mal eine Live-CD, die schon kurz nach dem Erscheinen ein Renner ist – das kennzeichnet in diesen Tagen die Kultband „De Räuber”. Frontmann Karl-Heinz Brand aus Holzheim (der jetzt in Reuschenberg wohnt) nahm sich zwischen vielen Terminen Zeit für ein Gespräch mit der NGZ.
Herr Brand, die „Räuber” haben in diesen Tagen zur laufenden Session eine CD herausgebracht, die von „Kölsche Junge bütze joot” bis „Kleine Mädchen müssen früher schlafen gehen” immerhin 18 Hits aus den Jahren 1991 bis 2006 enthält. War es schon Zeit für ein Best of oder gibt es eine kreative Pause?
Karl-Heinz Brand Im Gegenteil. Wir sind sowohl mit unseren bekannten Liedern wie auch mit neuen Songs bestens im Geschäft. Aber die „Räuber” sind immerhin 15 Jahre an der Spitze und spielen in dieser Formation zum letzten Mal. Da war es einfach mal an der Zeit, eine Best of zu machen. Und die „Räuber live” ist ein echter Mitschnitt, bei dem die Stimmung so richtig rüberkommt. Daraufbin ich stolz.
Was ist das Besondere an dieser CD?
Brand Es ist uns gelungen, die tolle Atmosphäre des Münsterplatzes einzufangen. Dort spielen wir immer für unsere treuesten Fans. Und für ein Publikum, das mitgeht, das schunkelt und unsere Lieder mitsingt.
Was heißt, wir spielen zum letzten Mal in dieser Formation?
Brand Nach Aschermittwoch wird aus den Räubern ein Quintett, wir verstärken uns. Matthias Kahlenberg von den „Kalauern”. Er hat viel Potential und passt zu uns, ist bühnenerprobt und als Bassist eine gute Ergänzung.
Karneval ist ein begrenzter Zeitraum. Davon kann eine Gruppe nicht das gesamte Jahr leben?
Brand Wir haben mit Karnevalsliedern unsere Popularität erlangt. Übers Jahr wird natürlich mehr verlangt. Auch da sind wir gut im Geschäft. Das sieht man an der Verpflichtungen, die wir das gesamte Jahr über haben. Denn man kennt uns und weiß, dass wir als Profis auch anderes im Repertoire haben.
Und wie geht es weiter nach der Session 2006/2007?
Brand Dann machen wir erst einmal Urlaub, die Stimmbänder haben eine Erholung verdient. Das erste große Konzert haben wir zum Bierfest in Bitburg, dann fahren wir zur Kölschen Woche nach Hintertux und bieten dort einen Räuberabend mit einem Dreistunden-Konzert an. Natürlich haben wir auch hier im Rhein-Kreis einige Auftritte-
Es hat im Vorfeld Kritik des BKG-Präsidenten gegeben, der sinngemäß gesagt haben soll, die Räuber haben es nicht mehr nötig, zum Nüsser Ovend zu kommen.
Brand Die Räuber sind unter anderem im April in Rommerskirchen-Ramrath, im Mai in Nievenheim, dann bestreiten wir am 2. Juni ein Open-Air-Konzert zusammen mit der Jungen Symphonie Düsseldorf auf Schloss Dyck, dann sind wir im Juni in Jüchen-Hoppers zum Dorffest, am 3. August spielen wir in Langwaden, am 9. August auf dem Münsterplatz, im Oktober folgt die Kölsche Nacht in Grevenbroich-All-rath. Wie man sieht, sind wir schon heimattreu. Unverständlich: Da kommen wir jahrelang zun Nüsser Ovend, sagen zum Teil ganz
wichtige Kölner Termine ab oder schieben noch einen Auftritt dazwischen und kommen dann einmal nicht, weil es einfach zeitlich nicht passt. Da ist es nicht fair, uns in dieser Weise zu diskriminieren. Wir sind beispielsweise für die Session 2007/2008 schon ausgebucht. Wenn Neuss dann auf den letzten Drücker kommt, gibt es ein Problem.
Auf welche Engagements sind Sie besonders stolz?
Brand Eigentlich auf jeden Auftritt. Es ist ein Erlebnis, vor tausenden von Zuhörern zu spielen. Aber auch bei kleineren Vereinen macht es Spaß. Ich freue mich beispielsweise schon auf die Dorfkirmes in Langwaden oder jedes Jahr auf den Münsterplatz. Weil das immer eine besondere Atmosphäre ist.
Die Live-CD enthält auch die bekannten Lieder „Op de Maat”, „Schau mir in die Augen” oder „Wenn dat Tröm-melche jet”. Nun hört man von anderen Bands immer wieder die alten Kolibri-Räuber-Hits. Wird es einem, der viele dieser Ohrwürmer komponiert und getextet hat, dabei nicht ein bisschen wehmütig ums Sängerherz?
Brand Das schon. Doch was macht man, wenn die „Kollegen” keinen oder nur einen einzigen eigenen Hit anbieten können? Wir haben 15 Jahre darum gekämpft, uns mit eigenen Kompositionen zu behaupten. Mit Erfolg, wie man sieht. Und wie wir im berühmten Kölner Kleeblatt von Black Fööss, Höhner, Paveier und jetzt die Brings auf Augenhöhe zu spielen, kann man nur mit eigenen Hits bestehen. Damit muss man einfach auf der Bühne überzeugen.
Mit welchem Hit sind die Räuber in die Session 2006/2007 gegangen?
Brand „Was wär’n die Männer ohne Weiber”. Damit haben wir viel Erfolg. Und zu meiner Überraschung ist das Lied die Nummer 1 in der belgischen Hitparade, hat sich durchgesetzt gegen 160 andere Titel, die auch von den bekannten Kölner Bands eingereicht wurden. Da kann man doch stoz drauf sein, oder? « 2. Kölsche Nacht in Allrath Räuber erobern New York » |