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Et Trömmelche im Trockenen
Et Trömmelche im Trockenen(Von JULIA LÖRCKS) „Es regnet ja gar nicht“, sagte der Chef der Räuber in der 20-minütigen Pause, die er mit seinen drei Bandkollegen – Kurt Feller, Wolfgang „Wölli“ Bachem und Matthias „Mac“ Kalenberg – im Vogthaus verbracht hatte, „wir werden also schnell weitermachen, um einmal in Neuss et Trömmelche im Trockenen zu erleben.“ Er steckte sich eine Zigarette an, atmete tief durch. Zuvor hatte er „In Colonia“ gesungen – ein neues Lied, das „de Räuber“ zu Ehren ihres plötzlich verstorbenen Mitglieds Norbert „Nobby“ Campmann geschrieben haben. Münsterplatz: Pünktlich um 19 Uhr startete die Mundartband mit Neusser Wurzeln mit der kölschen a-capella Version von Hannes Waders Hit „Heute hier, morgen dort“ ihren 16. Räuberabend. Ein ehrwürdiger Abend zwischen Andacht und Ausgelassenheit, zwischen Trauer und Trubel. Ein gelungener Abend, denn die Mischung machte es. „Am Anfang singen wir die Lieder, bei denen man zuhören muss, auch neue Songs, aber am Ende geht wieder die Post ab“, versprach Kalla Brand. Und er hatte nicht zuviel versprochen. Vielmehr: Er traf damit genau den richtigen Nerv, denn die Zuschauer freuten sich über das Party-Potpourri aus neuen und alten Liedern. Wie Marion Kramm: „Die Räuber sind einfach toll.“ Die 44 Jahre alte Holzheimerin, Karl-Heinz Brand kommt übrigens auch aus Holzheim, besucht seit sechs Jahren den Räuberabend. Auch die neuen Lieder findet die Frau mit der orangefarbenen Regenjacke klasse. „Sie passen zu Karneval, zum Umfeld, zu Neuss“, so Kramm. Das sah Monika Rütten (56) aus Neuss genauso. Sie hatte sich mit ihren Freunden an einem kleinen Tisch am Rande des Münsterplatzes versammelt. Gar nicht dumm: Denn zwischen Bier- und Pommesbude hatte die Truppe einen direkten und uneingeschränkten Blick auf die Bühne. Die Luke zum Live-Auftritt. „Wir haben hier eine sensationelle Sicht, können die Räuber hautnah miterleben“, so Rütten, deren Lieblingslied „Die Rose“ ist. Auch Claudia Rottmann und Daniela Kievits hatten sich einen außergewöhnlichen Aufenthaltsort ausgesucht. Sie hielten sich während des Konzertes hinter der Bühne auf – nicht um schnellstmöglich ein Autogramm zu erhaschen, sondern um sich mit einem Freund aus Niederoberstein zu treffen. „Wir haben bei einem Räuber-Konzert in Niederoberstein gekellnert und uns mit den Veranstaltern für den Neusser Auftritt verabredet“, erzählte Claudia Rottmann. Andreas Heck war stellvertretend für alle Niederobersteiner nach Neuss gekommen. Eine Räuber-Freundschaft, die ebenso Ralf Winzent (48) und Frank Claff (43) – beide aus Neuss – verbindet. „Wir kommen jedes Jahr zum Räuberabend, bleiben bis es dunkel wird. Bis zum bitteren Ende“, berichtete Winzent. Ein Ende, das sich Karl-Heinz Brand allerdings anders vorgestellt hatte. Trockener. Standen die mitgebrachten Regenschirme noch vor, während und nach der Pause zwischen den Pflastersteinen aufgestellt – teilweise dienten sie auch als Verlängerung des Schwenkarms – so mussten sie gegen 21.30 Uhr wieder ausgepackt und aufgespannt werden. Denn wie kann es auch anders sein: Zum Räuberabend gehört der Regen einfach dazu. Dieses Jahr in Form eines Gewitters. (Von JULIA LÖRCKS, August 2007) « Mit Vollgas im siedenen Zelt Hit auf Hit serviert |
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