Nobby – unser bester Freund

Genau ein Jahr ist es her, als unser Freund Nobby verstarb und ich nun diese Zeilen über ihn verfasse. Es sollen nur ein paar Zeilen sein, obgleich ich ein ganzes Buch über ihn verfassen könnte.

Er war nicht nur ein toller Musiker und Kollege, sondern in erster Linie ein überaus herzensguter Mensch mit einem offenen, fröhlichen und ehrlichen Charakter. Selten habe ich einen Menschen erlebt, der so spontan und witzig auf und hinter der Bühne war. Wir haben oft Tränen gelacht wenn wir im Tourbus saßen und er einige Geschichten aus seinem “jungen” Leben erzählte. Mit so einem “Typ” konnte es nie langweilig werden.

Nobby war auch ein sehr kreativer Mensch. Ich weiß nicht mehr wie oft er mich angerufen hat, immer mit den gleichen Worten: “Charly – ich han en neue Idee!” und dann sprudelte es förmlich aus ihm heraus. Am Ende des Gesprächs kam dann jedes Mal die gleiche Frage: “Wat häls de dovun?” Meine Antwort war auch jedes Mal die gleiche: “Do muss ich ens drüvver schlofe.” So haben wir uns oft gegenseitig befruchtet; denn das Umsetzen der Idee lag dann meistens bei mir oder bei Kurt.

Aber Nobby hat mich manchmal auf neue Ideen gebracht ohne es selbst zu merken. Ich erinnere mich noch ganz genau als wir einen Auftritt bei der Königsbacher Brauerei hatten und sehr frühzeitig da waren. Wir begrüßten den Veranstalter und die Techniker der Höhner, die nach uns auftraten. Ein neuer Techniker der Musikgruppe kam und reichte Nobby die Hand mit den Worten: “Hallo, ich bin der Slim!” – Nobby reichte ihm gleichfalls die Hand und sagte: “Is ja nit schlimm!” Der junge Mann, war leicht irritiert, aber als wir alle losbrüllten vor Lachen musste er selber mitlachen.

Ja, so war er unser Nobby. Ich habe ihn immer ein bisschen mit Hans Süper vom Colonia Duett verglichen, der ja auch so eine sagenhafte Situationskomik besitzt. Wahrscheinlich haben die beiden sich deshalb auch so gut verstanden, denn Hans Süper hat unserem Nobby auch viele Tricks auf der Mandoline gezeigt. Aber dieser eine Satz: “Is ja nit schlimm!” ging mir nicht mehr aus dem Kopf und eine Woche später war der Song “Is ja nit schlimm” fertig geschrieben.

Nobby war auch ein sehr interessanter Gesprächspartner. Er hatte eine sehr gute Allgemeinbildung und es gab nichts, was ihn nicht interessierte. Am liebsten haben wir über Politik und Fußball geredet. Ein besonderes Merkmal von ihm war sein Sozialverhalten. Stets war er der Erste wenn es um Spenden oder Benefizveranstaltungen ging der sagte: “Do müsse mir metmaache!”. Aber wie so oft im Leben werden solche Menschen leider auch sehr oft ausgenutzt. Ich weiß nicht wie oft und wie vielen Menschen er geholfen hat, aber als ihm selber das Wasser bis zum Hals stand, war keiner mehr da. Er wollte darüber nicht so gerne reden, aber ich weiß, dass es Ihn oft gewurmt hat.

Sein absolut wichtigstes Ziel aber war die berufliche Ausbildung seiner beiden Söhne. Er hätte lieber trockenes Brot gegessen als seine Jung’s nicht finanziell zu unterstützen.

Stundenlang haben wir manchmal über Gott und die Welt geredet, haben uns dabei hier und da auch manchmal in die Haare gekriegt oder waren verschiedener Auffassung, doch es ging nie unter die Gürtellinie und am Schluss endete es meistens mit einem Lachen und einem freundlichen Händedruck.

Nobby, Kurt und ich, später dann noch Wolli, vier ganz unterschiedliche Charakterköpfe, die aber super harmonierten und das über 15 Jahre lang. – Es war eine schöne, kurzweilige Zeit!

Wir werden in Nobbys Sinn weitermachen und werden sein Andenken immer in uns bewahren.

Nobby, wir danken Dir!
(Von Karl-Heinz Brand, Mai 2008)